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"Zum Selbstverständnis der Deutschen"
- Vorträge im Kulturprogramm der Nibelungenfestspiele -
am 13. August 2006 im Heylshofpark, Worms

O-Ton und Textfassung des Vortrags von Christian Liedtke:
"Heine und die Deutschen"

- Ein Vortrag im Kulturprogramm der Nibelungenfestspiele: "Zum Selbstverständnis der Deutschen" -

Christian Liedtke. Foto: © www.radio-luma.net  

 Link zur Vergrößerung auf einer separaten Seite. Bildbeschreibung:
Christian Liedtke während seines Vortrages neben dem Wormser Dom im Helyhofpark.

Foto: © www.radio-luma.net

Die originale Tonaufnahme des Vortrages in drei Größen als mp3-Datei:

48 KB/s, 35:17 Min. rd. 12,7 MB
URL: http://www.o-ton.radio-luma.net/mp3/130806_vortrag_christian_liedtke_48.mp3

96 KB/s, 35:17 Min. rd. 25,4 MB
URL: http://www.o-ton.radio-luma.net/mp3/130806_vortrag_christian_liedtke_96.mp3
 
192 KB/s, 35:17 Min. rd. 50,8 MB
URL: http://www.o-ton.radio-luma.net/mp3/130806_vortrag_christian_liedtke_192.mp3

_______________________________________________________

Textfassung des Vortrags:
Heine und die Deutschen
von Christian Liedtke

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

der Sommer 2006 hat uns nicht nur die Fußballweltmeisterschaft beschert, sondern in ihrem Schlepptau auch ein bizarres diskursives Phänomen zutage gefördert: die sogenannte „Patriotismusdebatte“, die eine zeitlang durch die Medienlandschaft geisterte. Sie entzündete sich unter anderem an Dingen wie dieser luftigen schwarz-rot-gelben Hawaii-Kette, wie sie vielleicht auch der eine oder andere von Ihnen hier im Saal während der WM gelegentlich um den Hals hatte – vermutlich aber meist ohne sich dabei so tiefgründige Gedanken über sein Verhältnis zur Nation zu machen, wie die Feuilletonisten das getan haben. Das moralische Gewicht dieser Debatte, das so gar nicht zur Leichtigkeit dieses sommerlichen WM-Accessoires passt, rührt natürlich von der Bezugnahme auf die Zeit des Nationalsozialismus her, die eigentümliche Schwere aber, mit der sie geführt wurde, verrät zugleich auch ihre Nähe zu einer ganz anderen Epoche: nämlich dem 19. Jahrhundert und damit sozusagen zur „Mutter aller Patriotismusdebatten“ in Deutschland. Heinrich Heine ist Zeuge und Protagonist, Prophet und Opfer jener historischen Patriotismusdebatte sowie ihrer Folgen. In einer Vortragsreihe über das Selbstverständnis der Deutschen darf sein Name darum nicht fehlen, und das gewiß nicht einfach nur deswegen, weil man in diesem Jahr seinen 150. Todestag begangen hat. Ich freue mich daher, daß ich die Gelegenheit habe, Ihnen hier einige Gedanken Heines zum Thema Deutschland, Nationalität und Patriotismus vorzustellen, einem Thema, das Deutschlands amüsantesten und umstrittensten Klassiker, der während seiner langen, problematischen Wirkungsgeschichte so oft als „undeutsch“ verfemt wurde, ein Leben lang beschäftigte. Meine Ausführungen haben zwei Schwerpunkte: die Ansichten des jungen Heine, des Studenten zu Beginn der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts, und seine Rolle als moderner, kosmopolitischer Patriot, als Vermittler zwischen Deutschland und Frankreich in den dreißiger und vierziger Jahren.

Die Farben dieser Kette hier haben Heine nie besonders gut gefallen. „Der alt germanische Plunder“ (DHA III, 240 [Anm.1]) sei die schwarz-rot-goldene Fahne, befand er und schrieb, ihr Auftauchen sei stets ein sicheres Anzeichen dafür, daß entweder „ein Unglück oder eine Dummheit“ (DHA XII, 199) bevorstünde, und manchmal sogar beides. Diese Abneigung hängt vor allem mit Heines Verhältnis zur Burschenschaft zusammen, denn für ihn sind dies eben vor allem die Farben der Burschenschaft, die diese um 1815 aus dem Wappen des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation für sich übernommen hatte. Die „Teutomanie“ und den „Phrasenpatriotismus“ (HSA XXII, 36) [Anm.2] der Burschenschaft lehnte er stets ebenso ab wie ihre Orientierung an der Vergangenheit – und doch war der Umgang mit der nationalen Einheitsbewegung, die in jener Zeit vor allem durch die organisierte, patriotisch bewegte Studentenschaft getragen wurde, entscheidend für seine politische Sozialisation und die Entwicklung seiner Grundhaltung zu nationalen Fragen.

Als der junge Heine im Herbst 1819 in Bonn sein Studium aufnimmt, gerät er in ein aufgeregtes, „politisiertes“ Umfeld. Die Universitäten bilden das Zentrum der diffusen nationalen Befreiungsbewegung, die mit dem Krieg gegen die französische Besatzung entstanden war. Nach dem Sieg über die Franzosen ist die damit verbundene vaterländische Begeisterung nun aber nicht mehr opportun und wird von der preußischen Regierung mit allen Mitteln bekämpft, denn der aufwallende Patriotismus enthält auch ein revolutionäres und für Preußen staatsgefährdendes Potenzial: Er drückt schließlich den Willen eines selbstbewußter gewordenen Bürgertums aus, an der Gestaltung der politischen Realität teilzuhaben. Die Burschenschaft wird in dieser Zeit zum Sammelbecken der Unzufriedenen und Erneuerungswilligen. Durch ihre landsmannschaftlich übergreifende Organisation repräsentiert sie den Willen zur staatlichen Einheit Deutschlands. Eine ihrer Symbolfiguren ist der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt, den Heine in Bonn als Professor erlebt. Er verkörpert beispielhaft das Gemisch der verschiedenartigen politischen Tendenzen der Burschenschafter, ihren Haß auf Frankreich, ihren aggressiven Nationalismus, aber auch ihr Eintreten für eine Verfassung, für Rede- und Pressefreiheit. Der Student Heine lernt also aus erster Hand die beiden Elemente kennen, die den Verlauf der deutschen Geschichte in den folgenden Jahrzehnten prägen: das Streben nach nationaler Einheit und nach politischer Emanzipation.

Zu Beginn von Heines Studium ist die Lage an der Universität äußerst gespannt. Im Zuge der sogenannten Demagogenverfolgungen nach dem Attentat auf Kotzebue durch den Jenaer Studenten Sand ist die Burschenschaft verboten, Polizeispitzel überwachen die Bonner Professoren wie Studenten scharf. Der Studienanfänger Heine fühlt sich einig mit der oppositionellen Mehrheit der Studentenschaft und tritt der Verbindung „Allgemeinheit“ bei, der etwa die Hälfte aller Bonner Studenten angehört. Sie unterscheidet sich allerdings stark sowohl von den burschenschaftlich als auch von den landsmannschaftlich organisierten Verbindungen. Ihre Aufnahmebedingungen sehen weder nationale noch konfessionelle Beschränkungen vor, und der Literaturhistoriker Walter Kanowsky schreibt:

Diese Vereinigung hatte nichts von dem christlich germanischen Charakter der Jenenser und Gießener Burschenschaft an sich. Alle ehrenhaften Studenten, auch Juden, konnten Mitglieder werden. Militant nationalistische und republikanische Züge fehlen. [...] Die kurze Wirksamkeit der ‘Allgemeinheit‘ schuf eine Atmosphäre, wie sie kaum sonst zu finden war. Im Ganzen trug das Studententreiben romantisch-idyllische Züge. Man durchwanderte die Umgebung, sang Wein-, Liebes- und vaterländische Lieder, unternahm Bootsfahrten, feierte Feste in Burgruinen. [Anm.3]

Das ist sozusagen das Minimum, das nach dem Verbot der Burschenschaft überhaupt noch möglich ist. Dennoch ist auch die „Allgemeinheit“ keineswegs unpolitisch. Am 18. Oktober 1819 veranstaltet sie eine Feier zum Gedenken an die Leipziger Völkerschlacht, mit Fackelschein, patriotischen Liedern und Reden. Auch Heine nimmt daran teil, und das trägt ihm seine ersten Begegnung mit der preußischen Obrigkeit ein, denn im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen wegen dieser Feier wird auch er vor das Universitätsgericht zitiert. Das Vernehmungsprotokoll zeigt deutlich, daß Heine nur ausweichend und vage Auskunft gibt, und das ist ein klares Zeichen seiner Solidarität mit den Kommilitonen. Auch er fühlt sich als Patriot, als oppositioneller Patriot, und möglicherweise ist sein besonderes Verständnis von Vaterlandsliebe, wie es sich später immer wieder äußert, zu einem guten Teil geprägt worden durch seine Zeit in Bonn mit ihrer besonderen Atmosphäre. Denn Patriotismus bedeutet nach seinem Verständnis in erster Linie ein soziales Gefühl, Ausdruck der Verbundenheit mit einer Gemeinschaft, nicht jedoch Abgrenzung gegen andere und „Nazionalselbstsucht“ (DHA VI, 37). Jahre später beschreibt er diesen wichtigen Unterschied so:

Der Patriotismus des Franzosen besteht darin daß sein Herz erwärmt wird, durch diese Wärme sich ausdehnt, sich erweitert, daß es nicht mehr bloß die nächsten Angehörigen, sondern ganz Frankreich, das ganze Land der Civilisazion, mit seiner Liebe umfaßt; der Patriotismus des Deutschen hingegen besteht darin daß sein Herz enger wird, daß es sich zusammenzieht wie Leder in der Kälte, daß er das Fremdländische haßt, daß er nicht mehr Weltbürger, nicht mehr Europäer, sondern nur ein enger Teutscher seyn will. (DHA VIII, 141)

Diese „enge“, nationalistische Ausrichtung der Burschenschaftsbewegung lernt Heine erst im späteren Verlauf seines Studiums, in Göttingen und Berlin, wirklich kennen, und seitdem bekämpft er sie. Allerdings zeigt sich bei ihm auch in Bonn durchaus schon eine gewisse spöttische Ablehnung der burschenschaftlichen Rhetorik, etwa wenn er in dem Verhör vor dem Universitätsgericht auf die Frage nach dem Zusammenhang der bei der Feier gehaltenen Reden antwortet: „In der ersten Rede konnte ich keinen Zusammenhang finden und den Zusammenhang der zweiten Rede kann ich nicht angeben, weil ich mich nicht erinnere.“ [Anm.4]

Zu Heines Studienzeit war mit der Romantik auch ein neues Interesse an der älteren deutschen Geschichte und Literatur entstanden, das sich im Lehrplan der Universität niederschlägt. Heine teilt dieses Interesse, er und seine Kommilitonen hören Vorlesungen mit Themen wie „Urgeschichte der Deutschen“ oder „Germanisches Staatsrecht des Mittelalters“. Am wichtigsten sind für sie jedoch Sprache und Literatur. Nachdem Heine an die Universität Göttingen gewechselt ist, beklagt er in einem Brief an einen Bonner Kommiltonen, daß dort ein „Kollegium über altdeutsche Sprache“, das in Bonn gewiß den ganzen Hörsaal gefüllt hätte, kaum Resonanz findet:

Denk Dir, [...] nur 9 [...] Studios hören dieses Kollegium. Unter 1300 Studenten, worunter doch gewiß 1000 Deutsche, sind nur 9, die für die Sprache, für das innere Leben und für die geistigen Reliquien ihrer Väter Interesse haben. O Deutschland! Land der Eichen und des Stumpfsinnes! (HSA XX, 33)

Eine ganz besondere Rolle spielt in dieser Zeit natürlich das Nibelungenlied. In Bonn gehört August Wilhelm von Schlegels Vorlesung über das Nibelungenlied zu den am besten besuchten Lehrveranstaltungen überhaupt, sie ist ein gesellschaftliches Ereignis, schließlich hat Schlegel maßgeblichen Anteil an der Wiederentdeckung des Nibelungenlieds aus dem Geist der Romantik und an dessen Erhebung zu einer Art deutschem Nationalepos. Auch der junge Heine hört Schlegels Vorlesung, und wie stark er und die anderen Studenten davon beeindruckt sind, zeigt etwa das lange Freundschaftsgedicht mit dem Titel „Die Nibelungen. An Heinrich Heine“, das sein Kommilitone Johann Baptist Rousseau ihm widmet. Aber bei aller Begeisterung: darüber, wie die altdeutsch gesinnten Burschenschafter das Nibelungenlied zu einem nationalen Symbol, zu einer Art Glaubensbekenntnis machen, spottet schon der junge Heine. In einem Brief jammert er 1824 darüber, daß ihm das Lateinische im Studium so schwerfällt und beklagt darum scherzhaft die Niederlage der Römer im Teutoburger Wald:

Wäre diese nicht vorgefallen, so wären wir jetzt alle Römer, u sprächen Latein, und das wäre uns geläufig u leicht [...]. – Doch Ich will nicht weiter schreiben, ein alt-Deutscher könnte mich überraschen, und mir den Dolch ins undeutsche Herz stoßen [...]. Aber ich ergreife dann das neben mir liegende Nibelungenlied u halte es als Schild dem patriotischen Donquixote entgegen, u der Dolch entfällt ihm. (HSA XX, 148)

Lange später, in seiner Abhandlung „Die romantische Schule“, in der Heine dem französischen Publikum die deutsche Literaturgeschichte nahezubringen versucht, charakterisiert er das Nibelungenlied dann so:

Jedenfalls ist aber dieses Nibelungenlied von großer, gewaltiger Kraft. Ein Franzose kann sich schwerlich einen Begriff davon machen. Und gar von der Sprache, worinn es gedichtet ist. Es ist eine Sprache von Stein und die Verse sind gleichsam gereimte Quadern. Hie und da, aus den Spalten, quellen rothe Blumen hervor, wie Blutstropfen, […] Ihr könnt Euch auch […] von den Hauptpersonen des Nibelungenlieds keinen Begriff machen; kein Thurm ist so hoch und kein Stein ist so hart wie der grimme Hagen und die rachgierige Chrimhilde.
Wer hat aber dieses Lied verfaßt? Eben so wenig wie von den Volksliedern weiß man den Namen des Dichters, der das Nibelungenlied geschrieben. Sonderbar! von den vortrefflichsten Büchern, Gedichten, Bauwerken und sonstigen Denkmälern der Kunst, weiß man selten den Urheber. Wie hieß der Baumeister, der den Köllner Dom erdacht? […] Wer hat das Buch Hiob gedichtet, das so viele leidende Menschengeschlechter getröstet hat? (DHA VIII, 207f.)

Auffallend an dieser Beurteilung ist zweierlei: zum einen die Tatsache, daß Heine hier nicht den vermeintlich heroischen Charakter des Nibelungenliedes hervorhebt, der im Mittelpunkt der Germanen-Heldenverehrung so vieler seiner Zeitgenossen steht, sondern daß er vielmehr die poetischen Qualitäten des Textes betont. Und zum anderen ist es bedeutsam, daß er nicht in den Chor derer einstimmt, die das Nibelungenlied als vorbildhaft und identitätsstiftend für eine deutsche Nationalität ansehen, sondern daß er es vielmehr als Teil des kulturellen Erbes der gesamten Menschheit darstellt und noch dazu gewiß nicht zufällig in einem Atemzug mit einem alttestamentarischen Text nennt. Diese erweiterte Perspektive, die die Wertschätzung für „das Deutsche“ gerade nicht durch die Beschränkung auf das Eigene, Nationale begründet, sondern sozusagen durch den „internationalen Blick“, ist charakteristisch für Heine, nicht nur im Hinblick auf die Literatur.

Trotz der patriotisch-romantischen Begeisterung der Bonner Semester bleibt seine Haltung zur nationalen studentischen Bewegung ablehnend. 1823 bekennt er:

Obschon ich aber in England ein Radikaler und in Italien ein Carbonari bin, so gehöre ich doch nicht zu den Demagogen in Deutschland; aus dem ganz zufälligen und gringfügigen Grunde, daß bey einem Siege dieser letztern einige tausend jüdische Hälse, und just die besten, abgeschnitten werden. (HSA XX, 70)

In der Tat war auf dem geheimen Burschentag 1820 in Dresden beschlossen worden, Juden „als solche, die kein Vaterland haben und für unseres kein Interesse haben können“ [Anm.5], aus der „christlich-teutschen“ Burschenschaft auszuschließen, und vermutlich ist Heine unmittelbar danach, während seines ersten Göttinger Studiensemesters, aus der Burschenschaft hinausgeworfen worden. Daß ihm sein Deutsch-Sein abgesprochen wird, ist quälend, denn, so schreibt der junge Heine:

Ich weiß daß ich eine der deutschesten Bestien bin, ich weiß nur zu gut daß mir das Deutsche das ist, was dem Fische das Wasser ist, daß ich aus diesem Lebenselement nicht heraus kann […] , ich liebe sogar im Grunde das Deutsche mehr als alles auf der Welt, […] meine Brust ist ein Archiv deutschen Gefühls. (HSA XX, 148)

Von Anbeginn seiner Dichterlaufbahn war Heine bewußt, daß er sich als Jude exponieren würde und sich dem teils latenten, teils offenen Antisemitismus aussetzen würde, der zu dieser Zeit in Deutschland herrscht. Deutscher Jude zu sein ist schwer, denn statt Emanzipation bleibt oft nur die Assimilation: „Der Taufzettel ist das Entre Billet zur Europäischen Kultur“ (DHA X, 313), notierte Heine ebenso treffend wie bitter. Diese Erfahrung teilt er mit den Freunden aus dem „Verein für Kultur und Wissenschaft der Juden“, dem er während seines Berliner Studienabschnittes beitritt. Gegründet unter dem Eindruck antisemitischer Krawalle ist der „Verein“ aber keine traditionalistische Wagenburg – im Gegenteil. Dieser Zusammenschluß junger Akademiker hat sich zum Ziel gesetzt, auf ein modernes, in die säkularisierte Gesellschaft integriertes, selbstbewußtes und emanzipiertes Judentum hinzuarbeiten. In religiösen Dingen versteht Heine sich zu dieser Zeit als „Indifferentist“ (HSA XX, 82), wie er schreibt, aber er läßt keinen Zweifel daran, daß er stets „für die Rechte der Juden und ihre bürgerliche Gleichstellung enthousiastisch sein werde“ (HSA XX, 107). Beständig warnt er später davor, die Judenemanzipation isoliert von der übrigen politischen Entwicklung zu betrachten. Es ist seine lebenslange Überzeugung – so schreibt er später im Nachruf für einen der Freunde aus dem Verein –, daß die Juden „ [...] erst dann wahrhaft emanzipirt werden können, wenn auch die Emanzipation der Christen vollständig erkämpft und sichergestellt worden. Ihre Sache ist identisch mit der des deutschen Volks, und sie dürfen nicht als Juden begehren, was ihnen als Deutschen längst gebührte.“ (DHA XIV, 274)

Das hat in seinen Augen nicht nur politische Gründe, sondern noch viel tiefer gehende. Heine erkennt eine „innige Wahlverwandtschaft zwischen den beiden Völkern der Sittlichkeit, den Juden und Germanen“. Diese, so meint er,

[...] entstand nicht auf historischem Wege, weil etwa die große Familien-Chronik der Juden, die Bibel, der ganzen germanischen Welt als Erziehungsbuch diente, auch nicht, weil Juden und Germanen von früh an die unerbittlichsten Feinde der Römer und also natürliche Bundesgenossen waren: sie hat einen tiefern Grund, und beide Völker sind sich ursprünglich so ähnlich, daß man das ehemalige Palestina für ein orientalisches Deutschland ansehen könnte, wie man das heutige Deutschland für die Heimath des heiligen Wortes, für den Mutterboden des Prophetenthums, für die Burg der reinen Geistheit halten sollte.
Aber nicht bloß Deutschland trägt die Physiognomie Palestinas, sondern auch das übrige Europa erhebt sich zu den Juden. Ich sage erhebt sich, denn die Juden trugen schon im Beginne das moderne Prinzip in sich, welches sich heute erst bey den europäischen Völkern sichtbar entfaltet.“ (DHA X, 125)

Dieses moderne Prinzip sei der Kosmopolitismus, der an die Stelle des nationalstaatlichen Denkens treten werde. „Griechen und Römer“ schreibt er, „hingen begeistert an dem Boden, an dem Vaterlande. […] an die Stelle des antiken Patriotismus trat im Mittelalter die Vasallentreue, die Anhänglichkeit an die Fürsten. Die Juden aber, von jeher, hingen nur an dem Gesetz, an dem abstrakten Gedanken [...].“ (DHA X, 125f.)

Und „das Herrlichste und Heiligste [...], was Deutschland hervorgebracht hat“ ist nach seiner Auffassung „jene Humanität, [...] jene[r] Cosmopolitismus, dem unsere großen Geister, Lessing, Herder, Schiller, Goethe, Jean Paul, dem alle Gebildeten in Deutschland immer gehuldigt haben.“ (DHA VIII, 141) Diesen voranzutreiben, ist nach Heines Auffassung die eigentliche moderne Bestimmung Deutschlands. Der Fortschritt in dieser Hinsicht ist eines der wichtigsten Kriterien, nach denen Heine die politische Entwicklung in Deutschland beurteilt. Daher rührt seine grundlegende Skepsis gegenüber der deutschen Opposition, die sich zum Beispiel in seiner Sicht auf das Hambacher Fest von 1832 zeigt. In dieser Großdemonstration für die deutsche Einheit und für eine deutsche Verfassung sehen viele Liberale ein Zeichen der Hoffnung. Heine hingegen beobachtet: „im Heere der deutschen Revoluzionsmänner wimmelte es von ehemaligen Deutschthümlern, [...] die Worte ‚Vaterland, Deutschland, Glauben der Väter usw.‘ elektrisiren die unklaren Volksmassen noch immer weit sicherer als die Worte: Menschheit, Weltbürgerthum, Vernunft der Söhne, Wahrheit...!‘“ (DHA XI, 84f.) Und als er in der Revolution von 1848 bemerkt, wie die Repräsentanten der Nationalität gegenüber den Repräsentanten des Kosmospolitismus die Oberhand behalten, verliert er alle Hoffnung auf eine politische und soziale Erneuerung durch die nationalliberale deutsche Opposition, da das Streben nach staatlicher Einheit weniger von freiheitlichem Geist als vielmehr von altbekannten nationalistischen und restaurativen Tendenzen geprägt ist. Immer wieder weist Heine darauf hin, daß in Deutschland die nationale Richtung – im Unterschied zu anderen europäischen Ländern politisch meist reaktionär ist, der bestehenden Ordnung dient und eben nicht der Emanzipation. Das zeigt für ihn das Beispiel der sogenannten Befreiungskriege ganz deutlich, die er gar nicht als heroischen Kampf beschreibt:

Wir hätten auch den Napoleon ganz ruhig ertragen. Aber unsere Fürsten, während sie hofften durch Gott von ihm befreyt zu werden, gaben sie auch zugleich dem Gedanken Raum, daß die zusammengefaßten Kräfte ihrer Völker dabey sehr mitwirksam seyn möchten: man suchte in dieser Absicht den Gemeinsinn unter den Deutschen zu wecken, und sogar die allerhöchsten Personen sprachen jetzt von deutscher Volksthümlichkeit, vom gemeinsamen deutschen Vaterlande, von der Vereinigung der christlich germanischen Stämme, von der Einheit Deutschlands. Man befahl uns den Patriotismus und wir wurden Patrioten; denn wir thun alles was uns unsere Fürsten befehlen. […] Als Gott, der Schnee und die Kosacken die besten Kräfte des Napoleon zerstört hatten, erhielten wir Deutschen den allerhöchsten Befehl, uns vom fremden Joche zu befreyen, und wir loderten auf in männlichem Zorn ob der allzulang ertragenen Knechtschaft, und wir begeisterten uns durch die guten Melodien und schlechten Verse der Körnerschen Lieder, und wir erkämpften die Freyheit; denn wir tun alles was uns von unseren Fürsten befohlen wird. (DHA VIII, 113f.)

In seinen berühmten „Englischen Fragmenten“ von 1828 charakterisiert Heine das Verhältnis, das verschiedene europäische Völker zur Freiheit haben. Er schildert die Überfahrt nach England und die Begegnung des Erzählers mit einem Mitreisendenden, der erklärt:

„Es läßt sich nicht läugnen, daß auch die Deutschen die Freyheit lieben. Aber anders wie andre Völker. Der Engländer liebt die Freyheit wie sein rechtmäßiges Weib, er besitzt sie, und wenn er sie auch nicht mit absonderlicher Zärtlichkeit behandelt, so weiß er sie doch im Nothfall wie ein Mann zu vertheidigen, und wehe dem rothgeröckten Burschen, der sich in ihr heiliges Schlafgemach drängt [...]. Der Franzose liebt die Freyheit wie seine erwählte Braut. Er glüht für sie, er flammt, er wirft sich zu ihren Füßen mit den überspanntesten Betheuerungen, er schlägt sich für sie auf Tod und Leben, er begeht für sie tausenderley Thorheiten. Der Deutsche liebt die Freyheit wie seine alte Großmutter.“
Gar wunderlich sind doch die Menschen! Im Vaterlande brummen wir, jede Dummheit, jede Verkehrtheit dort verdrießt uns, wie Knaben möchten wir täglich davonlaufen in die weite Welt; sind wir endlich wirklich in die weite Welt gekommen, so ist uns diese wieder zu weit, und heimlich sehnen wir uns oft wieder nach den engen Dummheiten und Verkehrtheiten der Heimath [...]. So ging es auch mir auf der Reise nach England. Kaum verlor ich den Anblick der deutschen Küste, so erwachte in mir eine kuriose Nachliebe für jene teutonischen Schlafmützen- und Perückenwälder, die ich eben noch mit Unmuth verlassen, und als ich das Vaterland aus den Augen verloren hatte, fand ich es im Herzen wieder.
Daher mochte wohl meine Stimme etwas weich klingen, als ich dem [...] Mann antwortete: „Lieber Herr, scheltet mir nicht die Deutschen! [...] Keiner kann absehen die Wendung der Dinge. Der spleenige Britte, seines Weibes überdrüssig, legt ihr vielleicht einst einen Strick um den Hals und bringt sie zum Verkauf nach Smithfield. Der flatterhafte Franzose wird seiner geliebten Braut vielleicht treulos und verläßt sie und tänzelt singend nach den Hofdamen [...] seines königlichen Palastes [...]. Der Deutsche wird aber seine alte Großmutter nie ganz vor die Thüre stoßen, er wird ihr immer ein Plätzchen am Herde gönnen, wo sie den horchenden Kindern ihre Mährchen erzählen kann - Wenn einst, was Gott verhüte, in der ganzen Welt die Freyheit verschwunden ist, so wird ein deutscher Träumer sie in seinen Träumen wieder entdecken.“ (DHA VII, 211f.)

In Heines restaurativer deutscher Gegenwart ist aber für solche Träume kein Raum, und der Dichter der Liebe und der Revolution, der immer heftiger durch die Zensur von der staatlichen Obrigkeit verfolgt wird, geht nach der Juli-Revolution von 1830 ins Pariser Exil. Die Hauptstadt des 19. Jahrhunderts ist für ihn Fluchtpunkt und Traumziel zugleich und bleibt doch stets ein Exil, ein „goldenes Elend mit weißen Glaceehandschuhen“ (DHA XI, 115).

Kaum ein anderer ausländischer Schriftsteller hat je eine solche Anerkennung und Aufnahme in Frankreich gefunden wie Heine. Balzac bescheinigt ihm, er repräsentiere „in Paris den Geist und die Poesie Deutschlands“ sowie in Deutschland „die lebendige und geistreiche französische Kritik“ (HSA XXVI, 125), und Alexandre Dumas soll gesagt haben: „Wenn Deutschland Heine nicht will, nehmen wir ihn gerne an, aber unglücklicherweise liebt Heine Deutschland mehr, als es das verdient.“ [Anm.6] Fünfundzwanzig Jahre lange lebt Heine in Frankreich, er läßt sich nie in dort naturalisieren, und seine „große Vorliebe für Deutschland“, die, wie er an seinen Verleger nach Hamburg schreibt, in seinem Herzen „grassirt“ (HSA XX, 92), bildet zusammen mit dem „Haß gegen die Nationalisten“ eine Konstante in Heines politischem Denken wie in seinem subjektiven Empfinden. Den, wie ich finde, schönsten Ausdruck hat diese „Vorliebe“ in den folgenden kurzen Versen gefunden:

Ich hatte einst ein schönes Vaterland.
Der Eichenbaum
Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft.
Es war ein Traum.

Das küßte mich auf deutsch, und sprach auf deutsch
(Man glaubt es kaum,
Wie gut es klang) das Wort: „ich liebe dich!“
Es war ein Traum. (DHA II, 73)

Seine besondere Stellung in Frankreich prädestiniert Heine für das, was er als die große Aufgabe seines Lebens betrachtet, nämlich, am Einvernehmen zwischen Deutschland und Frankreich zu arbeiten. „Wenn wir es dahin bringen, daß die große Menge die Gegenwart versteht, so lassen die Völker sich nicht mehr von den Lohnschreibern der Aristokratie zu Haß und Krieg verhetzen [...], und wir erlangen Friede und Wohlstand und Freyheit. Dieser Wirksamkeit bleibt mein Leben gewidmet; es ist mein Amt“ (DHA XII, 65), formuliert er 1832. Den Rahmen dafür hatte er bereits vor seiner Übersiedlung abgesteckt, mit seiner interessanten These von der geheimen philosophisch-politischen Einheit von Deutschland und Frankreich:

Man vergleiche nur die Geschichte der französischen Revoluzion mit der Geschichte der deutschen Philosophie, und man sollte glauben: die Franzosen, denen so viele wirkliche Geschäfte oblagen, wobey sie durchaus wach bleiben mußten, hätten uns Deutsche ersucht unterdessen für sie zu schlafen und zu träumen, und unsre deutsche Philosophie sey nichts anderes, als der Traum der französischen Revoluzion. (DHA XI, 134)

Dem entsprechen die Themen seiner schriftstellerischen Vermittlungstätigkeit: nach Deutschland berichtet er fortan als Journalist über die praktischen, politischen Ereignisse, und den Franzosen versucht er das geistige Leben der Deutschen bekannt zu machen, indem er in französischen Zeitschriften, aber auch in Buchform, über die deutsche Philosophie und Literatur schreibt. Diese Essays faßt er 1835 in einem Buch zusammen. Er nennt es „Del'Allemagne“ und wählt damit bewußt denselben Titel, den auch das berühmte Buch der Madame de Staël trägt – „aus polemischer Absicht“ (DHA XV, 15), wie er selbst sagt. Ihr „De l'Allemagne“ war 1813 erschienen und hat das französische Deutschland-Bild nachhaltig geprägt: als Land der Romantik, als „Volk der Dichter und Denker“. Heine kritisiert diese Darstellung grundlegend und hält ihr nun sein eigenes Deutschland-Bild entgegen, mit anderen Traditionen:

Die gute Dame sah bey uns nur, was sie sehen wollte: ein nebelhaftes Geisterland, wo die Menschen ohne Leiber, ganz Tugend, über Schneegefilde wandeln, und sich nur von Moral und Metaphysik unterhalten! [...] Sie sieht überall deutschen Spiritualismus, sie preist unsre Ehrlichkeit, unsre Tugend, unsre Geistesbildung – sie sieht nicht unsre Zuchthäuser, unsre Bordelle, unsre Casernen [...]. (DHA XV, 17f.)

Madame de Staël vermerkt kategorisch, „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ [Anm.7], und während sie diese als „metaphysische Nation“ [Anm.8] darstellt, legt Heine das emanzipatorische Potential der idealistischen deutschen Philosophie offen und prophezeiht eine deutsche Revolution aus dem Geiste der Philosophie:

[...] ein methodisches Volk wie wir, mußte mit der Reformazion beginnen, konnte erst hierauf sich mit der Philosophie beschäftigen, und durfte nur nach deren Vollendung zur politischen Revoluzion übergehen. Diese Ordnung finde ich ganz vernünftig. [...] Lächelt nicht über den Phantasten, der im Reiche der Erscheinungen dieselbe Revoluzion erwartet, die im Gebiete des Geistes statt gefunden. Der Gedanke geht der That voraus, wie der Blitz dem Donner. (DHA VIII, 117)

In der Vorrede zu seinem Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ verteidigt Heine diese Ansichten ausdrücklich gegen „das Mißfallen“ der „Deutschtümler“ und „Pharisäer der Nazionalität“, dieser „heldenmüthigen Lakayen in schwarz-roth-goldner Livree“, und schreibt:

Ich höre schon ihre Bierstimmen: du lästerst sogar unsere Farben, Verächter des Vaterlands, Freund der Franzosen [...]! Beruhigt Euch. Ich werde eure Farben achten und ehren, wenn sie es verdienen, wenn sie nicht mehr eine müßige oder knechtische Spielerey sind. Pflanzt die schwarz-roth-goldne Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freyen Menschthums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben. Beruhigt Euch, ich liebe das Vaterland ebensosehr wie ihr. Wegen dieser Liebe habe ich dreyzehn Lebensjahre im Exile verlebt, und wegen ebendieser Liebe kehre ich wieder zurück in’s Exil, vielleicht für immer, jedenfalls ohne zu flennen, oder eine schiefmäulige Duldergrimasse zu schneiden. Ich bin der Freund der Franzosen, wie ich der Freund aller Menschen bin, wenn sie vernünftig und gut sind, und weil ich selber nicht so dumm oder so schlecht bin, als daß ich wünschen sollte, daß meine Deutschen und die Franzosen, die beiden auserwählten Völker der Humanität, sich die Hälse brächen zum Besten von England und Rußland und zur Schadenfreude aller Junker und Pfaffen dieses Erdballs. [...] wenn wir das vollenden, was die Franzosen begonnen haben, wenn wir diese überflügeln in der That, wie wir es schon gethan im Gedanken [...] – [...] ganz Europa, die ganze Welt – die ganze Welt wird deutsch werden! Von dieser Sendung und Universalherrschaft Deutschlands träume ich oft, wenn ich unter Eichen wandle. Das ist mein Patriotismus. (DHA IV, 300f.)

Heinrich Heine dachte modern und „trans-national“. Er liebte seine Heimat, ihre Sprache und ihre Kultur. Als Künstler kannte er die Macht nationaler Symbole, und es gelang ihm virtuos, mit solchen Symbolen zu spielen und sie in seinem eigenen, modernen Sinne zu verfremden. Darum glaube ich: Ein ironisches Stück Fußballfankultur wie diese Hawaii-Kette hier, die heimisches Schwarz-Rot-Gold mit exotischem Südsee-Flair kombiniert, hätte ihm vielleicht gefallen.

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ANMERKUNGEN

[Anm.1] Heines Werke werden zitiert nach Heinrich Heine: Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. In Verbindung mit dem Heinrich-Heine-Institut hg. von Manfred Windfuhr im Auftrag der Landeshauptstadt Düsseldorf. Bd. 1-16. Hamburg 1973-1997 [im folgenden abgekürzt: DHA]. Zitatnachweise erfolgen im Text, die römische Ziffer gibt den Band, die arabische die Seite an. Die DHA ist vollständig online verfügbar im Heinrich-Heine-Portal, URL extern: http://www.heine-portal.de (dort in der Rubrik „Werke“). [.. zurück in den Text]

[Anm.2] Heines Briefe werden zitiert nach Heinrich Heine: Werke, Briefwechsel, Lebenszeugnisse. Säkularausgabe. Hg. von den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar und dem Centre National de la Recherche Scientifique in Paris. Bd. 20-27. Berlin, Paris 1970-1984 [im folgenden abgekürzt: HSA] in der vollständig überarbeiteten Fassung des Heinrich-Heine-Portals, URL: http://www.heine-portal.de (dort in der Rubrik „Briefwechsel“). Zitatnachweise erfolgen im Text, die römische Ziffer gibt den Band, die arabische die Seite an. Es gilt der Wortlaut des Heine-Portals. [.. zurück in den Text]

[Anm.3] Walter Kanowsky: Vernunft und Geschichte. Heinrich Heines Studium als Grundlegung seiner Welt- und Kunstanschauung. Bonn 1975, S. 7f. Vgl. auch Christian Liedtke: Schlegel, Byron, Drachenfels. Harry Heine an der Universität Bonn. In: Auf den Spuren Heinrich Heines. Hg. von Ingrid Hennemann Barale und Harald Steinhagen. Pisa 2006. S. 19-39. Für weiterführende Literatur zu Heine allgemein vgl. etwa Klaus Briegleb: Bei den Wassern Babels. Heinrich Heine, jüdischer Schriftsteller in der Moderne. München 1997; Jan-Christoph Hauschild / Michael Werner: „Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst.“ Heinrich Heine. Eine Biographie. Köln 1997; Gerhard Höhn: Heine-Handbuch. Zeit, Person, Werk. 3. überarb. u. erw. Aufl. Stuttgart 2004; Christian Liedtke: Heinrich Heine. Reinbek 2006 [Anm. d. Red.: Buchbeschreibung hier im Archiv auf einer separaten Seite]; zum Thema dieses Vortrags vgl. auch: Walter Hinck: Die Wunde Deutschland. Heinrich Heines Dichtung im Widerstreit von Nationalidee, Judentum und Antisemitismus. Frankfurt a.M. 1990; Renate Stauf: Der problematische Europäer. Heinrich Heine im Konflikt zwischen Nationenkritik und gesellschaftlicher Utopie. Heidelberg 1997. [.. zurück in den Text]

[Anm.4] Zit. nach Begegnungen mit Heine. Berichte der Zeitgenossen, hg. von Michael Werner in Fortführung von H. H. Houbens „Gespräche mit Heine“, Hamburg 1973 [im folgenden abgekürzt: Werner/Houben], Bd. I, S. 37. [.. zurück in den Text]

[Anm.5] Eberhard Galley: Heine und die Burschenschaft. Ein Kapitel aus Heines politischem Werdegang zwischen 1819 und 1830. In: Heine-Jahrbuch 11 (1972), S. 66-95, hier: S. 71. [.. zurück in den Text]

[Anm.6] Werner/Houben I, S. 409. [.. zurück in den Text]

[Anm.7] Anne Germaine de Staël: Über Deutschland. Vollständige und neu durchgesehene Fassung der deutschen Erstausgabe von 1814. Hg. und mit einem Nachwort versehen von Monika Bosse. Frankfurt a. M. 1985. S. 35. [.. zurück in den Text]

[Anm.8] Ebd., S. 554. [.. zurück in den Text]

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.. zur Vita von Christian Liedtke auf einer separaten Seite

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Weitere Informationen hier im Archiv:

Christian Liedtke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf und Autor der Monographie "Heinrich Heine".

.. zur Buchbeschreibung der Neuausgabe der Monographie "Heinrich Heine" von Christian Liedtke von Februar 2006 auf einer separaten Seite

Bildbeschreibung: Buchcover der Monographie "Heinrich Heine" von Christian Liedtke
Foto: © Rowohlt Verlag

 

Link zur Buchbeschreibung Heinrich Heine von Christian Liedtke auf einer separaten Seite. Bildbeschreibung nebenstehend. Foto: © Rowohlt Verlag

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Dokumentation:

"Zum Selbstverständnis der Deutschen"
- Vorträge im Kulturprogramm der Nibelungenfestspiele -
am 13. August 2006 im Heylshofpark, Worms

Link zur Vergrößerung auf einer separaten Seite. Bildbeschreibung unten. Foto: © www.radio-luma.net
Link zur Vergrößerung des Bildes auf einer separtaen Seite. Bildbeschreibung: (v.l.n.r.) Dr. Wolf-Gerhard Schmidt, Volker Gallé und Christian Liedtke.
Foto: © www.radio-luma.net

Die Vorträge im Einzelnen:

- "Die Sage vom Ursprung: Selbsthass und seine Folgen" - Volker Gallé (Worms)
- "Kelten, Germanen und Skandinavier – deutsche Identität in der Literatur zwischen Aufklärung und Romantik" - Dr. Wolf Gerhard Schmidt (Eichstätt)
- "Heine und die Deutschen" - Christian Liedtke (Düsseldorf)

.. zur Startseite der Dokumentation aller Vorträge im Themenfeld "Zum Selbstverständnis der Deutschen "

 

Link zur WORMSER RUNDE 2005. auf einer separaten Seite. Bildbeschreibung unten. Foto: © Rudolf Uhrig

Bildbeschreibung:
WORMSER RUNDE 2005 - (v.l.n.r.): Prof. Dr. Paul Nolte, Prof. Hark Bohm, Dr. Dieter Wedel und John von Düffel - Foto: © Rudolf Uhrig

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Weitere Informationen zur Veranstaltung im Internet:

Die Internetpräsenz der Stadt Worms erreichen Sie unter: www.worms.de.

Die Startseite der Nibelungenfestspiel gGmbH erreichen Sie unter: www.nibelungenfestspiele.de.
Das Faltblatt zum Kulturprogramm der Nibelungenfestspiele 2006 als PDF-Datei (24 Seiten, rd. 1,5 MB) auf einer separaten Seite.

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Veröffentlichung dieser Seite am 16. September 2006