Logo www.o-ton.radio-luma.net und Link zur Startseite. Das Logo zeigt drei Piktogramme. Dies sind urprünglich Gebotsschilder der Berufgenossenschaften für Augenschutz, Ohrenschutz sowie Staub- bzw. Atemschutz. Diese kreisrunden Gebotsschilder sind zu einem vereint montiert. Dies ist als ironische Anspielung auf die drei Affen: Ich sehe nichts - Ich höre nichts - Ich sage nichts, zu verstehen.

Das offene Archiv mit
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UNABHÄNGIGEN MEDIENDIENST
FÜR EINE NEUE SACHLICHKEIT
IN DER GESELLSCHAFT


 
 
 
 

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P.E.N.-Vorkongress 2006:
Kapitulation oder neue Herausforderung?
Schriftsteller in der Mediengesellschaft
am 24. März 2006 in der Akademie der Künste, Berlin

Abschrift vom O-Ton:
Moderation Wilfried F. Schoeller anläßlich des P.E.N.-Vorkongresses:

Der O-Ton der Moderation, mit einer Länge von 3:23 Minuten, steht im mp3-Format in drei Dateigrößen wie folgt zur Verfügung:

48 KB/s (rd. 1,2 MB)
URL: http://www.o-ton.radio-luma.net/mp3/240306_PEN-vorkongress_23_48.mp3
96 KB/s (rd. 2,4 MB)
URL: http://www.o-ton.radio-luma.net/mp3/240306_PEN-vorkongress_23_96.mp3
192 KB/s (rd. 4,8 MB)
URL: http://www.o-ton.radio-luma.net/mp3/240306_PEN-vorkongress_23_192.mp3

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Wilfried F. Schoeller.  © www.radio-luma.net
Wilfried F. Schoeller
Foto: © www.radio-luma.net

 

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Moderation Wilfried F. Schoeller

Ja Herr Simanowski Sie kommen mir vor: Für uns ist das wie so zu sagen Märchenstunde.

[Vereinzelte Lacher aus dem Publikum]

Es ist amüsant, dabei ist mir aufgefallen, daß manche Sachen, die eigentlich schon so zu sagen vor der Praxis des Computers ohne den Computer üblich waren. In Berlin, in Literarischen Colloquium ist 1963 oder 64 erschienen der Kollektivroman Das Gästehaus, 15 Autoren, einen der Autoren habe ich heute Vormittag gesehen, Klaus Stiller. Ich weiß nicht, ob er noch da ist. Jedenfalls, eine kleine Vorgabe nur was da vorkommen soll. Es gab einen Gastgeber und jeder hat so seine Geschichten erzählt. Die sind dann nachher von Walter Höllerer herausgegeben worden. Es gibt zum Beispiel auch einen Postversandroman, sehr interaktiv, von Peter Faecke, damals noch Rundfunkredakteur des WDR, betrieben. Man hat nur eine kleine Vorgabe, so zu sagen einen Ball geworfen und diejenigen, die das gekauft haben konnten die Sache weiterschreiben. Sie schickten das zurück und Faecke brachte das dann wiederum dann in den Versand und am Schluß konnte das dann mit Schnellheftern zusammengebunden werden, so daß dann ein Objekt so zu sagen daraus entstanden ist. Aber es war dann die Art der Absendung, das Papier und die Verpackung, das alles spielte irgendwie eine Rolle. Es war eine wirkliche, so zu sagen, es waren alle Variabilitäten der möglichen Darstellung, auch von Schreiben, mit dieser Geschichte verbunden und wenn man etwas von Ihren Arbeiten kennt, dann weiß man, das Sie mit einer großen Tradition umgehen die bis zum Barock reicht. Vielleicht können Sie dann anschließend in der Diskussion dazu etwas sagen.

Wir haben uns diesen Nachmittag so vorgestellt, daß es da eine Art energetischer Spannung gibt zwischen einem, der so ganz nach vorne blickt und uns verwirrt mit den Möglichkeiten, die es alle gibt, und von denen wir bis dato keine Ahnung hatten und einem, der so zu sagen, in gemächlichen Abstand dazu, wenn der Zug des Fortschritt vorbeigefahren ist, noch den Fahrtwind verspürt aber sagt: Der Zug ist an mir vorbeigefahren und ich laß, ich bleibe an der Stelle stehen, denn ich bin ein altmodischer Mensch, so wie Enzensberger mal gesagt hat: Wir müssen nur den Fortschritt vorbeifahren lassen, dann wird es wieder gemütlich.

[Vereinzelte Lacher aus dem Publikum]

Der Autor, der diesen Autor darstellen soll, ist so zu sagen seine Verkörperung.
Gert Mattenklott, Literaturwissenschaftler der hier lehrt, der in Marburg gelehrt hat, in den USA gelehrt hat, ist ein außerordentlich gebildeter Autor. Er hat die verschiedensten Gegenstände behandelt, er hat große Editionen gemacht, es ist mir unmöglich so zu sagen auch nur einen Teil hier zu referieren. Deshalb, Herr Mattenklott, möchte ich so zu sagen erfahren, was Sie über sich selber sagen wenn ich sage: Der gebildete Autor. Plädoyer für einen altmodischen Typus.

[Applaus aus dem Publikum]

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