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P.E.N.-Vorkongress
2006:
Moderation Wilfried
F. Schoeller Ja Herr Simanowski Sie kommen mir vor: Für uns ist das wie so zu sagen Märchenstunde. [Vereinzelte Lacher aus dem Publikum] Es ist amüsant, dabei ist mir aufgefallen, daß manche Sachen, die eigentlich schon so zu sagen vor der Praxis des Computers ohne den Computer üblich waren. In Berlin, in Literarischen Colloquium ist 1963 oder 64 erschienen der Kollektivroman Das Gästehaus, 15 Autoren, einen der Autoren habe ich heute Vormittag gesehen, Klaus Stiller. Ich weiß nicht, ob er noch da ist. Jedenfalls, eine kleine Vorgabe nur was da vorkommen soll. Es gab einen Gastgeber und jeder hat so seine Geschichten erzählt. Die sind dann nachher von Walter Höllerer herausgegeben worden. Es gibt zum Beispiel auch einen Postversandroman, sehr interaktiv, von Peter Faecke, damals noch Rundfunkredakteur des WDR, betrieben. Man hat nur eine kleine Vorgabe, so zu sagen einen Ball geworfen und diejenigen, die das gekauft haben konnten die Sache weiterschreiben. Sie schickten das zurück und Faecke brachte das dann wiederum dann in den Versand und am Schluß konnte das dann mit Schnellheftern zusammengebunden werden, so daß dann ein Objekt so zu sagen daraus entstanden ist. Aber es war dann die Art der Absendung, das Papier und die Verpackung, das alles spielte irgendwie eine Rolle. Es war eine wirkliche, so zu sagen, es waren alle Variabilitäten der möglichen Darstellung, auch von Schreiben, mit dieser Geschichte verbunden und wenn man etwas von Ihren Arbeiten kennt, dann weiß man, das Sie mit einer großen Tradition umgehen die bis zum Barock reicht. Vielleicht können Sie dann anschließend in der Diskussion dazu etwas sagen. Wir haben uns diesen Nachmittag so vorgestellt, daß es da eine Art energetischer Spannung gibt zwischen einem, der so ganz nach vorne blickt und uns verwirrt mit den Möglichkeiten, die es alle gibt, und von denen wir bis dato keine Ahnung hatten und einem, der so zu sagen, in gemächlichen Abstand dazu, wenn der Zug des Fortschritt vorbeigefahren ist, noch den Fahrtwind verspürt aber sagt: Der Zug ist an mir vorbeigefahren und ich laß, ich bleibe an der Stelle stehen, denn ich bin ein altmodischer Mensch, so wie Enzensberger mal gesagt hat: Wir müssen nur den Fortschritt vorbeifahren lassen, dann wird es wieder gemütlich. [Vereinzelte Lacher aus dem Publikum] Der Autor, der diesen Autor darstellen
soll, ist so zu sagen seine Verkörperung. [Applaus aus dem Publikum] ___________________________________ Weitere Informationen hier im Archiv: ..
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