Grußwort
von Herrn Prof. Dr. Hermann Schäfer, Abteilungsleiter bei dem
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
- Es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrte Frau Ministerin Zypries,
sehr geehrte Dichter, Essayisten und Romanciers,
die Medien waren über die eben zu Ende gegangene Leipziger Buchmesse
voll des Lobes. 126.000 Besucher kamen, Leipzig hörte, las und
sah. Leipzig ist unterdessen unverwechselbar in seinem Verhältnis
zu den Büchern und den Menschen geworden. Die Medien berichteten,
dass hier ‘noch das einzelne Buch zählt’. Sicher
wird es in Ihren Gesprächen eine Rolle spielen, ob das lediglich
eine These oder doch erfreuliche Realität – und somit Hoffnung-
ist.
Die Ausrufung des 21. Jahrhunderts zum Jahrhundert der Medien -und
Informationsgesellschaft kann kaum noch Neuigkeitswert beanspruchen.
Das digitale Zeitalter ist im Jahre 2006 längst den Kinderschuhen
entwachsen. Netz -Begeisterte und
Internet -Skeptiker äußern sich besonnener. Kulturpessimismus
zu verbreiten, ist nicht mehr angesagt.
Unbestritten ist, dass wir einer wahren Herausforderung im Umgang
mit Medien und Informationen gegenüberstehen. Wie halten wir
es mit dieser Reizüberflutung aus?
Literatur, Musik, bildende Kunst, Theater, Film zeigen uns eine
Menge von Alternativen. Indem wir uns mit Kunst und Kultur auseinandersetzen,
gewährt geistiges Profil und Kontur. Die aktive Teilhabe an kulturellen
Prozessen- Sie als kreative Autorinnen und Autoren beweisen es
- bewahrt Ihnen Ihre geistige Einzigartigkeit.
Ich denke, dass Sie das heutige Forum nutzen werden, um sich über
das Spannungsfeld der Interessen von Urhebern und Kreativen, Verwertern,
der Geräteindustrie und der Verbraucher zu informieren.
Die heutige Veranstaltung leitet den vom 22.-
bis 28. Mai 2006 in Berlin stattfindenden P.E.N. -Weltkongress „In friedloser Welt“ ein.
Ich freue mich, dass es durch die finanzielle Unterstützung meines
Hauses möglich geworden ist, im Mai d. J. Schriftstellerinnen
und Schriftstellern aus aller Welt einen intellektuellen Austausch
in Berlin zu ermöglichen. Es ist Ziel der Bundesregierung, dem
P.E.N. in diesem Jahr in Deutschland die äußeren Rahmenbedingungen
zu bieten, damit er – gemäß seiner Charta- „den
ungehinderten Gedankenaustausch“ – pflegen kann, der in
der Mehrzahl der Länder dieser Welt immer noch nicht möglich
ist.
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Veröffentlichung
dieser Seite am 18. Mai 2006