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Der P.E.N. und seine Writers-in-Prison-Komitees

Die weltweite Vereinigung von Poeten, Essayisten und Erzählern "Poets, Essayists, Novelists" - P.E.N. wurde 1921, kurz nach Ende des 1. Weltkriegs in London gegründet. Mittlerweile sind dem Internationalen P.E.N. 138 P.E.N.-Zentren in 101 Ländern auf allen Kontinenten angeschlossen. Ging es anfangs darum, den Dialog zwischen den Literaten und damit den Kulturen beiderseits der Demarkationslinie des 1. Weltkrieges wieder aufzunehmen, war bald schon durch das Aufkommen der Nationalsozialisten in Deutschland eine neue Demarkationslinie entstanden, die den P.E.N. vor völlig neue Aufgaben stellte. Mit der Vertreibung einer ganzen Generation von Schriftstellern aus dem Machtbereich der Nazis war aktive und praktische Hilfe zur Rettung der Verfolgten, zu ihrer wirtschaftlichen Unterstützung und Eingliederung in ihre Zufluchtsländer vonnöten. Und diese Hilfe wurde nicht zuletzt von P.E.N.-Zentren und einzelnen P.E.N.-Mitgliedern geleistet.
Die Nachkriegszeit brachte neue Verfolgungen gerade von Schriftstellern, führte zu neuen Vertreibungen, neuen Exilwellen. Mehr denn je war der P.E.N. gefordert, sich für die Verfolgten einzusetzen.

Als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, in denen während des Kalten Krieges und nach Ende der Kolonialzeit in Afrika und Asien auf mißliebige Meinungen mit Repressionen, Verfolgung, Verhaftung, sogar Mord geantwortet wurde, entstand 1960 das Writers-in-Prison-Komitee des Internationalen P.E.N. mit Sitz in London.56 ihm angegliederte nationale Zentren, darunter schon seit vielen Jahren der Deutsche P.E.N., engagieren sich aktiv mit eigenen WiP-Komitees bzw. -Beauftragten für die bedrängten Kolleginnen und Kollegen.
In jedem einzelnen Fall von Verfolgung, der uns bekannt wird., sind unsere Bemühungen vor allem darauf gerichtet, die Betroffenen nicht zu gefährden, so daß wir je nach Lage der Dinge unterschiedliche Wege einschlagen.
Zum einen beteiligen wir uns an den von London aus koordinierten sogenannten "rapid actions" (Blitzaktionen). Dabei handelt es sich um Protestbotschaften, die von allen Writers-in-Prison-Komitees der einzelnen P.E.N.-Zentren fast gleichzeitig an die Adresse von Regierung, Justizbehörden und Botschaften der Verfolgerländer gesandt werden.
Zudem nutzen wir ständig jeden uns offenstehenden diplomatischen Weg, nehmen den direkten Kontakt mit deutschen und europäischen Politikern und Menschenrechtsbeauftragten auf, die uns ihre Unterstützung nie versagt haben und denen wir, gerade in Deutschland, manchen Erfolg verdanken. Wann immer möglich und opportun, informieren wir natürlich die Öffentlichkeit über die Notlage unserer Kollegen.

Auf der Ehrenmitgliedsliste des Deutschen P.E.N. stehen zur Zeit die Namen von 14 Kolleginnen und Kollegen, denen unsere ganz besondere Sorge gilt, für die wir uns bei den politischen Machthabern einsetzen, für die. wir immer wieder um die Unterstützung der Öffentlichkeit bitten, mit denen wir den direkten oder indirekten brieflichen Kontakt suchen. (Fünf unserer chinesischen Ehrenmitglieder wurden innerhalb der vergangenen 12 Monate aus der Haft entlassen, nachdem sie ihre langen Gefängnisstrafen voll oder zum großen Teil verbüßt hatten.) In vielen Fällen, vor allem aus China, ist seit Jahren kein Lebenszeichen mehr zurückgekommen. Dennoch richten wir unsere Briefe weiter an die uns bekannten Adressen, dürfen nicht aufgeben. Irgendwann, irgendwie gelangt vielleicht doch die Nachricht in die Zellen der Gefangenen, daß sie nicht vergessen sind.

Und nicht zuletzt bemühen wir uns darum, auch die literarische Stimme unserer Kollegen zu Gehör zu bringen, in Writers-in-Prison-Veranstaltungen zum 15. November, dem Internationalen Tag der verfolgten Schriftsteller, in Lesungen und Diskussionen, wann immer und wo immer sich die Gelegenheit bietet.

- Am 15. November ist der Writers in Prison Day -

Plakat vom P.E.N.-Zentrum Deutschland anläßlich vom "Writes in Prison Day" am 15. November 2005 und Link zur Vergrößerung. Bild von Ali-Reza Esphabod. © P.E.N.-Zentrum Deutschland.
Bild von Ali-Reza Esphabod.
© P.E.N.-Zentrum Deutschland.

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Informationen unter: www.pen-deutschland.de
P.E.N.-Zentrum Deutschland

- Kasinostr. 3 - 64293 Darmstadt -
Oder in English unter: International PEN (www.internationalpen.org.uk).


Spendenkonto P.E.N.-Zentrum Deutschland:
Commerzbank Darmstadt
- BLZ 508 400 05
- Konto 130808901

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Hessische
Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie die Stadt Darmstadt.